Neudorf-Süd ist ein Stadtteil im Duisburger Stadtbezirk Innenstadt, in dem sich kaum größere Stickersymposien befinden. Hier und da wurden natürlich mehrere Aufkleber an Straßenlaternen, Stromkästen und auf den metallenen Mülltonnenfächern an älteren Häusern angebracht, größere Zusammenkünfte von Stickernden fehlen allerdings. Um dennoch einen Überblick über die Stickervielfalt im Stadtteil zu erhalten, lohnt es sich eine der Hauptstraßen des Neudorfer Südens entlang zu gehen: Dem Sternbuschweg.
Entlang der Straße finden sich immer wieder besondere Stickerexemplare, die sonst nirgendwo in der Stadt entdeckt werden können:
An der Kreuzung Sternbuschweg-Koloniestraße hat sich dieser Kopf eines anthropomorphen Wesens erhalten. Er wurde als Paste-Up mit Lackfarben an einer Laterne befestigt. Die runde Form des Anbringungsortes und die Darstellung harmonieren gut miteinander: Je nachdem, von welcher Seite man sich dem Aufkleber näher, scheint das Wesen einen anderen Gesichtsausdruck zu besitzen. Einziger Text auf dem Sticker ist das große „G“, das sich auf der Nase des Wesens befindet und zugleich als Schatten fungiert.
Wenige Meter von der Koloniestraße entfernt findet sich an einer weiteren Straßenlaterne dieses Opossum, das mit beiden Händen ein Schild in die Höhe reckt. Auf diesem steht in roter Schrift: „JAAAAAA/ AAAAAA/ AAAAAA/ AAAAAA“. Das Tier wurde mit Aquarellfarben gezeichnet, wobei der Kopf mit den beiden roten Ohren an das Logo eines großen Konzerns aus der Unterhaltungsindustrie zu erinnern scheint. Die auf dem Schild zum Ausdruck gebrachte Freude, wird vom neutralen Gesicht konstrastiert.
Der dritte Aufkleber findet sich an der Ecke Kammerstraße. Während es sich bei den beiden anderen Stickern um handgemalte Exemplare handelt, haben wir es hier mit einem Druck zu tun. Dargestellt wurde ein Strichmännchen mit Zacken-Mund, weißem Irokesen-Schnitt und Glubschaugen, aus denen Laserstrahlen geschossen werden. Darüber finden sich eine Reihe von Buchstaben, die in Weiß mit blauen Rand im sogenannten Wildstyle gezeichnet wurden – weswegen nicht alle Buchstaben entziffert werden können.
Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner, 2026.
Zum Weiterlesen über den Sternbuschweg eignet sich der Blog von Helmut Loeven, von dessen Einlassungen zur Straße auch der Titel dieses Blogeintrags entlehnt wurde:
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Helmut Loeven: Amore e rabbia | Das Weblog aus gutem Hause – Notate und Bilder von Helmut Loeven, abgerufen am 13. Januar 2026.
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