Entlang der Mülheimer Straße hängen seit etwa einem halben Jahr auffällige Sticker. Sie fallen sofort ins Auge, weil sie sich durch ihre Größe von den umgebenden Aufklebern unterscheiden. Und auch motivisch sind die knallbunten Kleber echte Hingucker: Auf ihnen erscheint das Krümelmonster aus der Sesamstraße als Brustbild. Es ist mit einem halbautomatischen Gewehr ausgestattet, das heute allerdings an vielen Stellen bereits durch andere Sticker überklebt wurde.
Einzelne Bewohner*innen der Sesamstraße wurden im Blog bereits thematisiert (Meta-Mülleimer / Blog | Bildstockart). Dass sich die in den 1960er Jahren erfundenen Wesen gut dafür eignen, als Sticker auf den Straßen Duisburgs zu tummeln, ist klar. Das ganze Universum der für Vorschulkinder konzipierten Serie spielt auf einer Straße und die ist in einer der größten Street-Art-Zentren der Welt verortet: New York City.
In New York wurde der Sesamstraße sogar ein eigener Straßenabschnitt gewidmet. Teile der knapp dreihundert Meter langen 63rd Street zwischen Central Park und Lincoln Center in Manhattan tragen seit einigen Jahren Namen den Zusatz „Sesame Street“. Die Sesamstraße im Ruhrgebiet ist allerdings noch um einiges länger. Fährt man nämlich mit der Linie 901 die Mülheimer Straße in Richtung Osten, ist das Krümelmonster schnell nicht mehr alleine.
Immer wieder, an Stickerspots entlang der Strecke, stößt man auf Vertreter*innen der Puppenshow. Ins Augen fallen etwa Ernie und Bert mit Goldkettchen und Jogginghose. Und selbst in Mülheim/Ruhr, nach über sieben Kilometern, ist noch nicht Schluss. Die wahrscheinlich längste Sesamstraße der Welt zieht sich von Duisburg aus parallel zur längsten Straßenbahnverbindung der Bundesrepublik bis Essen, wo das Krümelmonster auf einem Kirchenfenster oder als Cop verkleidet etwa auf der Kettwiger Straße und dem Gemarkenplatz zu entdecken ist. Ferdinand Leuxner
Abb. 1: Krümelmonster, Leuxner, Mülheimer Straße (DU) 2025.
Abb. 2: Ernie und Bert, Till Krieg, Gemarkenplatz (E), 2026.
Ich danke den Hinweisgeber*innen, namentlich Till und Annika, für Bilder der Essener und Mülheimer Sesamstraßenbewohner*innen.
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