Die Duisburger Sticker der Vergangenheit sind heute nicht mehr sichtbar: Sie wurden überklebt oder verschwanden witterungsbedingt aus dem Stadtbild. Klebten sie einst auf Autos, sind die Karossen heute verschrottet. Deshalb braucht es Stickersammlungen, in denen die kleinen Kleber aufbewahrt wurden. Im folgenden Blogeintrag soll eine neu erschlossene Sammlung historischer Aufkleber mit Duisburg-Bezug vorgestellt werden.
Neben mehreren großen Fotoarchiven, die die Sticker sozusagen in freier Wildbahn erfassen, wurden für diesen Blog bereits einige Bestände aus dem Archiv für alternatives Schrifttum und dem Duisburger Stadtarchiv ausgewertet. Die Sammlung Gierhartz, um die es in diesem Eintrag gehen soll, ergänzt die verklebten Botschaften der Vergangenheit um viele neue Aspekte. Dabei haben alle Sammlungen eines gemeinsam: Sie entstanden, um die Sticker zu bewahren.
Die Sammlung Gierhartz gibt uns einen Blick in die 1990er Jahre. Obwohl die Bestände bisher kaum erschlossen wurden, erlauben einige auf den Aufklebern angebrachte Jahreszahlen Rückschlüsse auf diesen Zeitraum. Anders als bei den Archiv-Institutionen stand dabei allerdings kein Sammlungsziel im Hintergrund. Als Privatsammlung wurde in ihr vielmehr aufgenommen, was interessant schien.
Neben den Stickern mit Duisburg-Bezug stößt man deshalb auch auf Sport-Sammelkleber eines großen italienischen Herstellers, Werbebotschaften für die Postleitzahlreform oder ausgeschnittene Star-Porträts aus dem Bravo-Magazin. Daneben finden sich Sticker zum Duisburger Museumsdampfer „Oscar Huber“ und alte Versionen des MSV-Logos.
Gierhartz war in den 1990er Jahren im Bund der Deutschen Katholischen Jugend engagiert, versuchte neue Gruppen an die Kirche heranzuführen. Die auf den Stickern verhandelten Themen verraten das Eintreten gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus. Die Sticker aus der Sammlung sollen in kommenden Blogeinträgen Stück für Stück erschlossen werden. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Gierhartz, 2026.
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