Die meisten Sticker, die in der Stadt Duisburg hängen sind ziemlich individuell. Lediglich bei Fußball-Aufklebern finden sich wiederkehrende Motive, wie die markanten Zebrastreifen des MSV. Es gibt aber noch ein anderes Logo, das immer wieder im öffentlichen Raum auftaucht und ganz unterschiedliche Gruppen miteinander verbindet. Wahrscheinlich handelt es sich sogar um das am zweitmeisten verklebte Motiv in der Stadt: Das Antifa-Zeichen.
Anders als ein Fußballverein weist die Antifa keine zentrale Organisationsstruktur auf. Vielmehr fallen unter diese Bezeichnung viele Strömungen, die sich politisch engagieren. „Seit etwa 1980 werden Gruppen und Organisationen als Antifa bezeichnet, die nach eigenem Selbstverständnis Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus, völkischen Nationalismus und rechtsgerichteten Geschichtsrevisionismus aktiv bekämpfen.“ (Wikipedia, Antifa)
Das Antifa-Logo erscheint in seiner Grundform zumeist als rundes Zeichen. Die umlaufende Umschrift verweist mit weißer Schrift auf schwarzem Grund auf den Namen „Antifaschistische Aktion“. Im Zentrum des Logos befinden sich zwei stilisierte Flaggen, wobei die größere der beiden in Rot und die kleinere in Schwarz gehalten ist. Das Zeichen entstand bereits im Jahr 1932 und wies als Bild für die Kommunistische Partei Deutschlands ursprünglich zwei rote Flaggen auf.
Die heutige Version wurde in den 1980er Jahren vom Berliner Künstler Bernd Langer entworfen. Die rote Flagge symbolisiert dabei den Sozialismus, die schwarze Flagge steht für den Anarchismus. Das Flaggenlogo wurde in der Folge an verschiedene andere Strömungen aus dem politisch linken Spektrum angepasst. Im Duisburger Stadtraum finden sich Flaggen in verschiedenen Farben: Lila und schwarze Flaggen stehen etwa für den Anarcho-Feminismus, grüne und schwarze setzen sich für den Ökoanarchismus ein.
Die Flaggen sind häufig nicht das einzige Zeichen auf den Stickern in Duisburg. Wie ein Qualitätsmerkmal ergänzt das Logo Aufkleber, auf denen antifaschistische Themen verhandelt werden. Dabei regt das Logo, das eigentlich ganz unspezifisch auf den Kampf gegen Rechtsextremismus verweist, immer wieder dazu an, Sticker auf denen es erscheint, abzukratzen oder ganz zu entfernen. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner, 2026.
Zum Weiterlesen:
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Richard Rohrmoser: Antifa. Portrait einer linksradikalen Bewegung. München 2022.
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