Sticker auf leisen Pfoten

Veröffentlicht am 19. August 2026 um 07:11

Die König-Heinrich-Straße, die sich als zentrale Einkaufsmeile durch die Duisburger Innenstadt zieht, ist eigentlich nicht bekannt für ihre Sticker. Zu oft werden die Kleber hier von den Stadtwerken entfernt. Seit einigen Tagen stößt man aber ungefähr auf Höhe des Lifesaverbrunnens über ein Mini-Symposium, das einen Schwerpunkt auf eine bestimmte Tiergattung legt.

Auf vielen Aufklebern finden sich hier gemalte Katzen. Zweimal wurde eine schwarze Katze hinterlassen, die geradewegs in die Augen der Passant*innen blickt. Einmal steht sie auf einem roten Rettungsring vor einer Hafenkulisse mit Segelschiff und Leuchtturm, das andere Mal wird sie von einem an den Comic-Hund Struppi erinnernden Vierbeiner und einem kleinen Fuchs im Arm gehalten. Auf beiden Stickern verweist der Name „mind.tha.cat“ auf den dahinter stehenden Street Artist.

Unterhalb der schwarzen Katzen findet scheinbar eine ganze Versammlung der Haustierform der Falbkatze statt. In den Farben des Regenbogens (und Weiß) sind darauf Katzen zu sehen, die ihren Hintern in Richtung der Straße recken. Die Besonderheit des Aufklebers: Die Tiere wurden aus einem Strich gezeichnet, der zugleich den Schwanz der unteren und den Körper der oberen Katzen bildet. Die Signatur weist auf den Künstler „FATCAPCAT“ aus Hamburg.

Hat man sich auf der König-Heinrich-Straße erstmal mit den Katzenstickern vertraut gemacht, stolpert man im ganzen Stadtgebiet über sie. An einer Straßenlaterne an der Marina im Innenhafen zeigt ein getigertes Exemplar etwa den Stinkefinger. Sie ist mit einem Halstuch fast vermummt worden. Der Text darunter vermittelt die antifaschistische Botschaft „No Fear“, wobei das A als Symbol des Anarchismus ausgeprägt ist. Wieder wurde der Kleber signiert: „stay.anti.gram“ steht auf einem fünfzackigen Stern hinter dem Tier.

Fast schon dystopische (oder utopische?) Züge weist ein weiterer Katzensticker an der gleichen Laterne auf. Eine stehende, schwarze Katze mit Schild vor der Brust weist auf die zukünftige Katzenherrschaft hin: „Laugh now, but one day we'll be in charge“ (engl. Jetzt lacht ihr, aber eines Tages werden wir am Drücker sein). Mit der Signatur „Freeman.UK“ ist wieder die Künstler*in auf dem Werk verewigt. Ferdinand Leuxner

Alle Abb.en Leuxner, 2026.

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