Die Darstellung des Konsums von Rauschmitteln auf Stickern hat eine lange Tradition. Da die Aufkleber im öffentlichen Raum hängen und kaum nachvollziehbar ist, wer sie dort zurückgelassen hat, kann hier Drogenkonsum thematisiert werden, ohne gleich in Gefahr zu geraten, gesetzlich dafür belangt zu werden. Im Zentrum des Blogeintrags stehen heute zwei Sticker im Dellviertel, auf denen das Rauchen von Cannabisprodukten im Mittelpunkt steht.
Dabei ist bemerkenswert, dass es der eine der beiden vor der im April 2024 erfolgten Entkriminalisierung des Besitzes von Cannabisprodukten im Stadtraum angebracht wurde, während der andere nach dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes aufgehängt wurde. Auf beiden Klebern sind Tiere zu sehen, die mit dem Joint agieren. Während der ältere Aufkleber einen kiffenden Hund zeigt, wird auf dem anderen eine Taube mit einem Markenprodukt in Verbindung gebracht.
Der ältere Aufkleber hängt an einem Straßenschild in der Nähe der Josephskirche am zentralen Dellplatz. Der Hund läuft als anthropomorphes Wesen auf zwei Beinen und scheint mit dem Konsum sehr glücklich zu sein. Mit erhobenem Kopf und geschlossenen Augen läuft er durch den grünen Rauch, der aus der schon weitgehend aufgerauchten Zigarette in seiner rechten Hand aufsteigt. Offensichtlich wurde der Sticker 2021 geschaffen, eine mit dem Copyright-Zeichen versehene Unterschrift nennt den Streetartist „Dreckshund“.
Der andere Sticker findet sich in der Nähe eines Büdchens am Sonnenwall. Man erkennt eine Taube mit grimmigen Blick, die in ihren Klauen einen noch nicht angezündeten Joint mit sich herumträgt. Die Gras-Zigarette ist wesentlich naturgetreuer dargestellt. Unterhalb des Stickers steht, ähnlich flapsig wie beim anderen Exemplar, „Ruhrpott Flamingo“. Auf dem Sticker wurde aber auch der Markenname des Filters gezielt inszeniert. Während der ältere Sticker das Kiffen an sich feiert, steht beim jüngeren das korrekte Drehen im Zentrum der Darstellung. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner, 2026.
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