Heute sind sie selten geworden, aber im Sommer 2025 fand man sie in den Stadtteilen des Bezirks Mitte an mehreren Stellen: Porträtstreifen. Als eine der wenigen Varianten des Stickers kommen sie nahezu ohne Text aus. Auf ihnen steht das Dargestellte als eine auf einen Sticker verdichtete Bilderfolge im Vordergrund. Im Folgenden sollen einige der Porträtstreifen eingehender beschrieben werden.
Dass es sich um Porträtstreifen handelt, wird bereits in der Aufmachung deutlich. Alle Sticker weisen dasselbe Format auf: Von oben nach unten sind auf ihnen kleine Kästchen zu sehen, in denen Comicwesen gemalt wurden. Dabei lassen sich verschiedene Oberthemen fassbar machen. Alle Kästchen scheinen handgemalt zu sein, weshalb die Kanten auch mitunter ungerade Ränder aufweisen.
Auf einem der Streifen steht ein zerzauster Vogel im Mittelpunkt. Die Tafel mit der Nummer „1234“, die er vor sich hält, erinnert an einen sogenannten Mug-Shot. Es ist also ein Foto, dass die Polizei im Zuge der erkennungsdienstlichen Behandlung von einem Verdächtigen anfertigt. In der Folge scheint sich der Vogel auf den Porträtstreifen von oben nach unten einmal um das Schild herum zu drehen, sodass er von allen Seiten abgelichtet werden kann.
Alle anderen bekannten Porträtstreifen wirken eher so, als wären die auf ihnen abgebildeten Wesen zufällig abgemalt worden. Da sieht man eine Maus, die vor einem Dosenbier sitzt, ein Vogel vor einer Palme und eine Art Roboter, der sich über ein Hindernis zu quälen scheint. Daneben wurden immer wieder Hunde aber auch Vampire auf ihnen abgebildet. Die Sticker sind bunt und sorgen für eine kleine Auflockerung an der Laterne und am Stromkasten. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner, 2025.
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