Erinnerungen an eine Organisation

Veröffentlicht am 28. Oktober 2026 um 08:31

New York City in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war ein Ort, an dem die organisierte Kriminalität großen Einfluss auf das öffentliche Leben hatte. Das als Prohibition bekannte Alkoholverbot in den USA sorgte für eine florierende Schattenwirtschaft. Neben der sizilianischen Cosa Nostra wollten auch jüdische Einwandernde, zumeist aus Osteuropa, an dem damals illegalen Alkoholhandel in den USA verdienen. Sie gründeten eine Organisation, die eng an die ältere Mafia angelehnt war.

Am Rande des Dellviertels haben sich heute mehrere Exemplare eines Stickers erhalten, der die Erinnerung an diese us-amerikanische Organisation aufrecht erhält, die lediglich bis in die 1930er Jahre bestand. Der Name, der darauf mehrfach zu lesen ist, lautet: „Kosher Nostra“. Es handelt sich um ein Wortspiel aus als „koscher“ also rein bezeichneten Speisen nach den Vorgaben der jüdischen Religion und dem zweiten Wortteil der älteren Cosa Nostra, die bereits damals zum Synonym der organisierten Kriminalität schlechthin aufgestiegen war.

Der Sticker erinnert in seiner Aufmachung allerdings überhaupt nicht an historische Persönlichkeiten oder Strukturen aus der Blütezeit der „Kosher Nostra“. Der Name der Organisation wurde auf dem Sticker in dreidimensionalen Buchstaben abgebildet. Dahinter finden sich weitere Abbildungen der Bezeichnung in den Farben des Regenbogens. Diese werden nur unterbrochen vom Davidstern, der zum Symbol der jüdischen Religion aufgestiegen ist.

Der Kult um die vergangene Verbrecherorganisation ist allerdings nicht nur in Duisburg verbreitet. In Frankfurt am Main wurde ein Sticker ausgemacht, dessen Ästhetik vielmehr an den eigentlich verbrecherischen Hintergrund der Organisation erinnert. Auf dem runden Kleber sind zwei Gewehre zu sehen, die vor dem Kopf eines Mannes, der wie ein orthodoxer Jude gekleidet und frisiert ist, gekreuzt wurden. Die Umschrift greift den Namen der Mafia auf. Ferdinand Leuxner 

Abb. 1: Leuxner, 2026.

Abb. 2: Gropp, 2026.

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