In dem auf den Ludgeriplatz zuführenden Teil der Oststraße finden sich an einer Straßenlaterne ein Sticker von zwei Hundeköpfen des Street-Artists FRDL, die mit ihren heraushängenden Zungen und den großen Kulleraugen zur Verschönerung des Straßenbildes beitragen. Darunter wurde ein weiterer süßer Hundewelpe angebracht. Die beiden Kleber in Schwarz-Weiß fallen auf den ersten Blick nicht ins Auge. Ein Materialtrick macht sie aber sichtbarer: Die Stickerhunde wurden auf Glitzerfolie gemalt.
Immer wieder stößt man in der Stadt auf Sticker, die vor solchem Glitzerhintergrund erscheinen. Wir sind darauf konditioniert, bei den irisierenden bzw. fluoreszierenden Effekten solcher Untergründe genau hinzusehen. Erwartet wird nämlich, wenn etwas glitzert und funkelt, Außergewöhnliches oder Besonderes. Das Kunsthandwerk arbeitet mit diesem Effekt schon seit Jahrhunderten. Bereits im Römischen Reich nutzte man mineralische Schichtsilikate, um Glitzer oder Glitter herzustellen.
Die meisten modernen Glitzersticker greifen auf ein „Gemisch aus sehr kleinen, das Licht reflektierenden, Kunststoff-, Glas-, Plastik- oder Metallpartikeln (meist Aluminium)“ (Wikipedia, Glitter) zurück, das mit Farbstoffen versehen wurde. Diese Mischung hat es in sich: Denn insbesondere dann, wenn der Glitzer in Form von Partikeln, beispielsweise in Kosmetikwaren, verkauft wird, kann er auch zum Umweltproblem werden.
Zu einem richtigen Trend entwickelten sich die Glitzereffekte in den 1990er Jahren, als man besonders seltene Sammelkarten mit einer fluoreszierenden und spiegelnden Oberfläche ausstattete. So ziehen die Sticker mit Glitzer auch heute noch alle Blicke auf sich. Dabei gibt es thematisch allerdings keine Grenzen: Glitzer taucht auf Werbestickern für eine nordrhein-westfälische Elektropop-Band genauso auf, wie für die weiter oben beschriebenen Hunde (und auch dieser Blog wurde bereits mit Glitzerstickern beworben).
Bliebe noch darauf hinzuweisen, dass sich die Dokumentation solcher Sticker als weitaus schwieriger erweist, als es bei anderen Exemplaren der Fall ist. Auf Fotos verändern die Sticker nämlich ihr Gesicht. Der Glitzer erscheint matter und erinnert weniger an die Schuppenhaut von Fischen. Vielmehr ist darauf zu achten, dass der Glitzer nicht zum Spiegel wird und die Kamera sichtbar macht. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner 2025.
Zum Weiterlesen:
- Kerry Rügemer: Überall leuchtet es bunt: "Glitzer"-Ausstellung in Hamburg | ndr.de, abgerufen am 22. Dezember 2025.
Kommentar hinzufügen
Kommentare