Die Sticker in Duisburg beschäftigen sich zwar oft genug mit Themen, die in ganz Nordrhein-Westfalen, der Bundesrepublik oder sogar auf EU-Ebene diskutiert werden. Immer wieder stehen aber auch die politischen Auseinandersetzungen in der Duisburger Lokalpolitik im Mittelpunkt. Durch Sticker, das haben andere Beiträge auf diesem Blog bereits gezeigt, bringt man sich leichtfüßig und schnell in den öffentlichen Diskurs ein.
Während die meisten Einlassungen aus dem Archiv für alternatives Schrifttum (afas) bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben und sich die noch hängenden Sticker mit ganz aktuellen Problemen in der Stadt beschäftigen (Duisburg über Duisburg in Duisburg / Blog | Bildstockart), soll es heute um Diskussionen aus den 2010er Jahren gehen. Das afas archivierte den Sticker einer Bürgerinitiative, um die es im Folgenden gehen soll.
Der runde Sticker ist in den knalligen Farben grün, blau und rot gehalten. Auf ihm prangen lediglich mehrere Schriftzüge. Bildliche Darstellungen wurden dagegen ganz weggelassen. In zwei weißen Sprechblasen stößt man auf den Stickerinhalt. Da steht: „Ja zu Duisburg. Kein DOC“, darunter verweist eine Internetdomain („www.jazuduisburg.de“) darauf, dass sich hinter dem Aufkleber eine ganze Organisation verbirgt. Was steckt dahinter?
Im September 2017 sorgte eine Bürgerinitiative in Duisburg dafür, dass ein großes Bauprojekt gestoppt wurde. Parallel zur Bundestagswahl waren die Wahlberechtigten der Stadt damals dazu aufgerufen, über den Bau des größten Outlet-Centers Deutschlands abzustimmen – dem Duisburger Outlet Center, kurz DOC. Entstehen sollte das große Einkaufzentrum auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs.
Während die Befürworter sich für den Bau aussprachen, um die Einzelhandelsdichte in der Stadt zu erhöhen, befürchtete die Bürgerinitiative eine Verödung der Innenstadt. Das Gelände des Güterbahnhofs, in dessen Nähe sich im Jahr 2010 die Loveparadekatastrophe mit 21 Toten ereignete, ist nach dem knappen Wahlausgang (51,09 % gegen den Bau des DOC) bis heute unberührt. Ferdinand Leuxner
Abb. Archiv für alternatives Schrifttum, 2017.
Zum Weiterlesen:
- Spiegel-Online: Duisburg: Duisburger stoppen Bau von Outlet-Center - DER SPIEGEL, abgerufen am 3. Februar 2026.
- Deutschlandfunk: Designer-Outlet spaltet Duisburg, abgerufen am 3. Februar 2026.
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