Um es den Passant*innen leichter zu machen, die Botschaften auf den kleinen Klebern schon im Vorübergehen zu entschlüsseln, sollten Sticker prägnant und nachvollziehbar sein. Insbesondere politische Aufkleber praktizieren diese Klarheit: In wenigen Worten wird die Forderung beschrieben, das zugehörige Bild ist drastisch oder pointiert. Dass es auch ganz anders geht, machen die Aufkleber deutlich, die heute im Blog behandelt werden sollen.
Sie finden sich in großer Zahl an der Tür des Stapeltores und tauchen ansonsten nur selten im Stadtbild auf. Durch ihre überbordende Themenfülle und die vielfältigen Farben kann schnell eine ganze, zusammengehörige Serie ausgemacht werden. Die inhaltliche Zuordnung – politischer oder künstlerischer Sticker – fällt dagegen schwerer. Eine auf dem größten der Sticker angebrachte Website verweist immerhin auf den digitalen Bildkünstler hinter den Arbeiten: Volker Hans Orsech.
Besonderen Bezug zur Stadt besitzt ein großes, ovales Exemplar. Auf den ersten Blick ist darauf der von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely geschaffene Lifesaverbrunnen zu erkennen. Schwerer zu entziffern ist der Schriftzug. „duisburg“ steht da und darunter „Jeder Tag ein Urknall“. Der Bezug zum Beginn des Universums durch den sogenannten „Big Bang“ wird durch Spiegelungs- und Verdopplungseffekte hergestellt.
Blickt man genauer auf den Sticker erkennt man weitere Duisburger Sehenswürdigkeiten und Landmarken, die ohne erkennbaren Zusammenhang ausgewählt wurden. Auf der rechten Seite wurde der berühmte Goltzius-Stich von Gerhard Mercator und der Corputius-Plan angebracht, links ist ein historischer Kran zu sehen, darüber Schlote, Bauten des Landschaftsparks, die goldene Leiter des Einkaufszentrums „Forum“ und die Küppersmühle.
Während dieser geklebte, bunte Knalleffekt vielleicht als Werbung für das oft unterschätzte aber vielfältige Duisburg gesehen werden kann, sind die anderen Sticker politischer: Donald Trumps Gesicht vor der us-amerikanischen Flagge. Der Nachname des Präsidenten wird hier als Akronym aufgefasst und soll für „Tiny minded“, „Rotten“, „Unfair“, „Mean“ und „Pathetic“ stehen.
Andere Aufkleber kritisieren die AfD und thematisieren politische Skandale, in die die Partei verwickelt ist. Auch hier tauchen deren Vertreter*innen als Porträts auf. Die Sticker von Volker Hans Orsech unterscheiden sich in ihrer überbordenden Fülle von anderen Exemplaren. Die auf ihnen behandelten Themen sind allerdings bekannt. Ferdinand Leuxner
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