In der Meidericher Bahnhofstraße stolperte man im Mai 2026 über einen Sticker, der hier schon länger zu hängen schien. Trotz einiger Löcher und des witterungsbedingten Ausbleichens der Inhalte, war zu erkennen, dass hier über eine Hausbesetzung verhandelt wurde. Unter einer solchen Besetzung ist „ist eine rechtlich nicht zulässige Inbesitznahme eines leerstehenden Gebäudes und seine Verwendung als Wohnraum oder Veranstaltungsraum“ zu verstehen. (Wikipedia, Hausbesetzung)
Der Aufkleber zeigt folgerichtig auch ein Haus, über dem der Schriftzug „Eine Idee lässt sich nicht räumen“ angebracht wurde. Unten erkennt man gezeichnete Polizisten, die in das Innere des Anwesens vorzudringen versuchen. Darunter verweist ein Text auf die Ziele der Besetzer*innen: „Günstigen Wohnraum erhalten/ Selbstverwaltete Freiräume und/ Soziokulturelle Zentren schaffen“.
Auf Duisburg weist ein auf der rechten Seite angebrachter Hinweis hin. Dieser lautet „Strauss Haus bleibt“. Denn obwohl die große Welle der Hausbesetzungen in Deutschland mit den 1980er Jahren endete, sorgten auch später noch einzelne Aktionen in den Nachbarschaften von Großstädten für ein großes mediales Echo. In Duisburg wurde im September 2017 das Haus Straußstraße 21 in Neudorf-Süd besetzt, nachdem die Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG (GEBAG) angekündigt hatte, die 1925 errichteten Häuser der Siedlung abzureißen.
Die Besetzung zeitigte Wirkung. Bereits nach wenigen Tagen überarbeitete die Baugesellschaft ihre Pläne. Die Häuser sollten fortan denkmalgeschützt saniert werden. Die Besetzer*innen kritisierten, dass diese Entscheidungen ohne die Bewohner*innen getroffen wurde. Am 16. September 2017 räumte die Polizei schließlich das besetzte Haus. Bis 2020 war ein erster Bauabschnitt erneuert. Lediglich der Sticker in Meiderich erinnert heute noch an die Hausbesetzung. Ferdinand Leuxner
Abb. Leuxner, 2026.
Zum Weiterlesen:
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Fabienne Piepiora: Hausbesetzer in Duisburger Siedlung kämpfen für Freiräume, WAZ (2017), abgerufen am 15. Mai 2026.
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GEBAG: Straußsiedlung, abgerufen am 15. Mai 2026.
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