Duisburger Spielkiste(n)

Veröffentlicht am 3. Juli 2026 um 09:22

In den 1990er Jahren steckte die allgemeine Verfügbarkeit von digitalen Angeboten noch in den Kinderschuhen. Die wenigsten Menschen besaßen privat einen Computer. Um insbesondere Kinder und Jugendliche mit Hinweisen auf neue Möglichkeiten aufmerksam zu machen, mussten sich die Anbieter einiges einfallen lassen. Ein Sticker aus der Sammlung Gierhartz, der genau das versucht, steht heute im Mittelpunkt des Blogeintrags.

Für uns, deren Sehgewohnheiten von vielfarbigen Aufklebern geprägt sind, macht der kleine, rechteckige Sticker aus den 1990er Jahren nicht viel her. Er ist zweifarbig und bringt schlicht sein Thema, den Anbieter und eine Telefonnummer (als damals einzige Möglichkeit der Kontaktaufnahme) unter die Leute. Zu sehen ist ein rechteckiger Wagen mit zwei Rädern, in dem sich Gesellschaftsspiele stapeln zu scheinen.

„Duisburger Spielkiste“ steht darunter. Das angedeutete Kreuz und die Abkürzung „BDKJ“ machen deutlich, dass die Spielkiste vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend zur Verfügung gestellt wurde. Daniel Gierhartz berichtet, dass die Spielkiste trotz der schlichten Aufmachung des Stickers von vielen begeistert angenommen wurde: Einen rollenden Spiele-LKW, der in den Stadtteilen Station macht, hatte es zuvor in Duisburg nicht gegeben. 

Das Spielmobil der BDKJ gibt es noch heute. Inzwischen hat sich das Angebot weiter professionalisiert und kann direkt über ein Online-Formular gebucht werden. Daneben haben aber auch weitere Institutionen das Spielmobil-Konzept übernommen. Die Stadt Duisburg selbst, das Jugendrotkreuz oder der Verein für Kinder- und Jugendarbeit Duisburg e. V. fahren regelmäßig in die Stadtteile und ermöglichen dort, dass Kinder auf den Straßen und Plätzen spielen und toben. Ferdinand Leuxner

Abb. Leuxner, 2026.

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