Das Wasserviertel, das sich hinter dem Duisburger Stadttheater erstreckt, gehört seit dem 19. Jahrhundert zu den exklusivsten Wohnlagen auf dem Stadtgebiet. Die Mehrheit der Menschen, die hier leben, haben sich dauerhaft für Duisburg entschieden. Dies macht sich auch in der Streetart bemerkbar: Sticker die hier verklebt werden, thematisieren auffallend oft das Ruhrgebiet und Institutionen mit Bezug zur Metropole.
Den Auftakt macht ein Aufkleber, der sich an der das Wasserviertel in zwei Teile spaltenden Kardinal-Galen-Straße befindet. Der kleine Kleber zeigt zwei gelbe Hände, die an Emojis aus dem Baukasten von großen Messenger-Diensten erinnern. Beide sind wie zum Gebet erhoben. Zwischen ihnen erhebt sich der Förderturm einer Zeche. Darunter wird über den Text „POTT PRAISE“ die englische Botschaft vermittelt, den Ruhrpott in quasi-religiöser Manier anzupreisen.
Im Viertel selbst, das seinem Namen mit den Straßen, die wie deutsche Flüße lauten, alle Ehre macht, finden sich weitere Anspielungen auf das Ruhrgebiet im Ganzen. Zu sehen sind die gekreuzten Bergbausymbole Schlägel und Eisen, zwei der wichtigsten Werkzeuge für den Bergmann unter Tage, die durch zwei Striche voneinander getrennt sind. Mit ihnen macht ein Textilien-Anbieter Werbung für seine Kinderkollektion.
In knalligeren Farben kommt dagegen ein langgestreckter Sticker in der Nahestraße inmitten des Wasserviertels daher. Er bewirbt ein Jugend-Kulturmagazin, das sich nach einem Blitzgerät benannt hat, aus dem in unregelmäßigen Abständen Lichtblitze an die Umgebung abgegeben werden. Es hat den Anspruch, Sprachrohr für die junge Szene im gesamten Ruhrgebiet zu sein. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner, 2026.
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