Dieser Blog hat ein Herz für Tiere. Immer wieder krabbeln, springen, schwimmen und fliegen andere Lebewesen als Menschen in den Beiträgen herum. Diese Zuneigung zum Tier hat nicht nur persönliche Gründe. Es fällt auf, dass sich auch viele Streetartists in Duisburg mit Tieren auseinandersetzen. Egal ob Comic-Wesen, realistische Zeichnungen oder Fotos: Tiere sind auch im Stadtraum allgegenwärtig.
Zu einem echten Markenzeichen hat der Künstler Piranha schwimmende Lebewesen erhoben. Die Amazonas-Fische, die für ihre Fressgier bekannt sind, haben ihm nicht nur den Künstlernamen gegeben, sondern zieren auch viele seiner Arbeiten in Duisburg. Auch im Blog wurden die Raubfische schon mehrfach behandelt (Stadt-Aquarien / Blog | Bildstockart, Sticker der Woche: Raubfische im Stadtbild / Blog | Bildstockart).
Piranhas Arbeiten, die aus Stickern und den größeren Paste-Ups bestehen, sind allerdings wesentlich vielfältiger. Heute stehen zwei große Insekten im Mittelpunkt, die vom Künstler schon vor einigen Jahren geschaffen wurden. Es handelt sich um sogenannte Schädlinge, die ihren Namen erhielten, weil sie „den wirtschaftlichen Erfolg des Menschen schmälern, sei es als Zerstörer von Kulturpflanzen, als Nahrungskonkurrent oder durch Zerstörung von Bauwerken.“ (Wikipedia, Schädling)
Bereits im Jahr 2021 stieß die Duisburger Künstlerin Heike Marianne Liwa auf einer ihrer Fototouren durch die Stadt auf ein Paste-Up an einem Brückenpfeiler. Darauf zu sehen ist eine Laus, die mit ihrem kräftigen Hinterbeinpaar zum Sprung ansetzt. Darunter findet sich keine Signatur. Das Werk ist lediglich deskriptiv mit dem Wort „...invisible“ versehen, was auf die für Menschen meist unsichtbare Welt der Insekten anspielt.
Erst ein Vergleich mit einem anderen Paste-Up macht deutlich, dass es sich bei der Darstellung der Laus um einen echten Piranha handelt: An der Ruine des St. Vincenz-Hospitals im Dellviertel hat sich bis heute ein Paste-Up erhalten. Dort zu sehen ist eine Zecke aus der Ordnung der Milben. Der Stil der Darstellung lässt kaum einen anderen Schluss zu, als das es sich um eine Arbeit vom gleichen Künstler, als bei der Laus handelt.
Die Darstellung der Zecke wurde mit dem Namen Piranha (bzw. Pirańa) signiert. Anders als bei der Laus haben wir es auf dem Bild aber nicht nur mit dem Tier zu tun. In fast surrealistischer Manier reitet auf dem kleinen Tier ein Mensch, wobei sich der mächtige Hinterleib der Zecke in ein Gehirn zu verwandeln scheint. Beide Arbeiten zeugen von der Vielfältigkeit der Piranha-Bilder, der als Künstler keineswegs auf die Fische reduziert werden sollte. Ferdinand Leuxner
Abb. 1: Laus, Heike Marianne Liwa, 2021.
Abb. 2: Zecke, Leuxner, 2026.
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