Tape Art

Veröffentlicht am 2. Oktober 2026 um 08:03

Nach über einem Jahr Laufzeit und über 150 verfassten Einträgen auf diesem Blog gibt es im Duisburger Stadtgebiet noch immer vollständig Neues zu entdecken: Heute soll hier eine ganz andere Art von Klebern vorgestellt werden. Jene Kleber hängen schon seit Jahren unbemerkt in den Straßen, sind aber etwas ganz Besonderes. Es handelt sich nämlich um Tape Art; neben den Paste Ups eine weitere Unterform der Sticker. 

Tape Art entstand im Jahr 1989 im US-Bundesstaat Rhode Island. Damals machten sich verschiedene Künstler*innen, darunter Michael Townsend, auf, die Straßen der Hauptstadt Providence mit klebenden Bändern zu verzieren. Das Medium Klebestreifen bzw. Klebeband gab den Streetartists den Namen, Tape Art war geboren. In den 2000er Jahren entwickelte sich Deutschland und hier insbesondere Berlin zu einem Zentrum der Tape Art.

In Duisburg wurden die ersten Arbeiten zu einem unbekannten Zeitraum angebracht. Sie verbreiteten sich insbesondere im Dellviertel, einzelne Arbeiten können aber auch entlang der Oststraße in Neudorf entdeckt werden. Klassische Sticker-Inhalte aus Bild und Text werden über die Arbeiten nicht transportiert. Vielmehr handelt es sich um reine Tags. Nachgewiesen werden können die Wörter bzw. Buchstabenfolgen „ZFN“, „Pawr“ und „rain“. 

Wie gingen die Künstler*innen vor? Tape Art besteht aus exakt zugeschnittenen, vielfarbigen Klebebändern, die über- und nebeneinander angebracht werden. So entstehen bunte Klebeflächen, die mit Cuttern und Scheren in Form gebracht werden. In Duisburg wurden kleinteilige Elemente ausgeschnitten, sodass sogar runde Flächen, die an Wellen erinnern, entstehen konnten. Die Tape Art auf Straßenschildern wirkt knallig und bunt und bereichert die Stickerlandschaft Duisburg um neue Akzente. Ferdinand Leuxner

Alle Abb.en Leuxner, 2026.

Zum Weiterlesen:

  • Michael Townsend: Einführung in Tape Art. In: Eva Hauck und Klebebande (Hg.): Tape Art. Kunst mit Klebeband. Ideen und Projekte. Bern 2015. S. 8-11. 

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