Große Kunst in der Pandemie. Teil 2

Veröffentlicht am 23. Oktober 2026 um 09:08

Die Corona-Pandemie war für viele Menschen mit großen Einschränkungen verbunden. Einzelne Street-Artists aus Duisburg wollten den Menschen während des Lockdowns Ablenkung verschaffen, indem sie Kunst im öffentlichen Raum platzierten. Heute sollen weitere Kunstwerke auf den Brückenpfeilern der A59-Brücke am Rande des Innenhafens im Zentrum stehen, auf denen ein kleiner Zaunkönig geklebt wurde.

Anders als die meisten anderen Paste Ups, auf denen Kunst aus dem 19. bzw. 20. Jahrhundert zu sehen waren, gab es hin und wieder auch Kunst von sogenannten Alten Meistern, also Künstler*innen aus der Zeit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert zu entdecken. Das bekannteste Beispiel zeigt den französischen König Ludwig XIV. – den Sonnenkönig –, gemalt von Hyacinthe Rigaud. Selbstverständlich ließ es sich auch hier der Zaunkönig nicht nehmen auf einem teuren Sitzmöbel und einem Szepter in der Hand mit dem König im Bild zu erscheinen.

Daneben spielen Abbildungen der Künstlerin Frida Kahlo eine gewisse Rolle. Auf mindestens zwei Selbstporträts der Mexikanerin hatte sich auch der Zaunkönig geschlichen. Mühelos wechselte er allerdings auch zwischen den Kunstformen: Auf einer Skizze zum „Verhüllten Reichstag“ des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude hat sich der kleine Vogel selbst verpackt, sodass unklar ist, ob er in Richtung des Betrachtenden oder in Richtung des Reichstags schaut. 

Auch auf Fotografien findet sich der Vogel. So turnt er auf dem von Philippe Halsman geschossenen Bild des spanischen Künstlers Salvador Dalí an dessen ausladenden Schnurrbart herum. Fast auf philosophisches Terrain begibt sich der Zaunkönig auf dem Bild „La Trahison des images“ (frz. Der Verrat der Bilder) des Franzosen René Magritte: Er hat ein Nest in einem Pfeifenkopf gebaut unter dem die berühmte Sentenz „Ceci n’est pas une pipe.“ (frz. dies ist keine Pfeife) zu lesen ist. 

Die hier vorgestellten Bilder präsentieren nur eine Auswahl der Paste Ups an der A59. Während des Herbstes und Sommers 2021 wechselten die Darstellungen immer wieder, sodass die einsamen Spaziergänger*innen in der Pandemie jedes Mal Neues entdecken konnten. Im September 2021 tauchte etwa der Vogel als Cowboy verkleidet auf dem Rücken des „Blauen Pferdchens“ von Franz Marc auf. Die Bilder der großen Kunst sind heute alle verschwunden, der kleine Zaunkönig ist in Duissern aber immer noch unterwegs. Ferdinand Leuxner

Alle Abb.en Zaunkönig, 2021.

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