Große Kunst in der Pandemie. Teil 1

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026 um 09:27

Die Corona-Pandemie war für viele Menschen mit großen Einschränkungen verbunden. Vor allem die Lockdowns in Zeiten höchster Ansteckungsgefahr führten zu Vereinsamung und psychischen Problemen. Einzelne Street-Artists aus Duisburg wollten den Menschen während des Lockdowns Ablenkung verschaffen, indem sie Kunst im öffentlichen Raum platzierten. Um die vielleicht größte Kunstaktion auf Duisburger Stadtgebiet soll es im Blog in den folgenden beiden Einträgen gehen.

Hinter den Eingriffen in den Stadtraum steckte niemand geringeres als Zaunkönig, deren Arbeiten auf dem Blog bereits mehrmals vorgestellt wurden (Eine bedrohte Vogelart / Blog | Bildstockart, Stickersuche in der Königsberger Allee / Blog | Bildstockart). Als Ort wurde die A59-Brücke am Rande von Duissern gewählt, weil hier viele Haustierbesitzer*innen mit ihren Hunden unterwegs waren. Insbesondere im Frühjahr 2021 tauchte entlang der Brückenpfeiler, auf denen heute das Heimat-Graffiti zu finden ist, große Kunst auf.

Zaunkönig griff die Idee einer Galerie im Außenraum auf und verzierte die Pfeiler mit Paste-Up-Seiten von Kunstwerken aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zwischen den Werken der Moderne fand sich der kleine, namensgebende Vogel, der später zu ihrem Markenzeichen aufsteigen sollte. Der kleine Zaunkönig kommentierte die große Kunst mit seinen Handlungen und Gesten.

So reichte er etwa einer der bekanntesten Skulpturen von Alberto Giacometti einen Burger. Die unter dem Titel „L’Homme qui marche“ (frz. Der schreitende Mann) bekannten Figuren des Schweizer Künstlers zeichnen sich durch ihre ausgemergelte Erscheinung aus. Besonders um die Taille herum weisen sie nur wenige Zentimeter Durchmesser auf. Was liegt da näher, als einem solchen Wesen eine kräftige Mahlzeit anzubieten? 

Der Burger-Zaunkönig hing allerdings keineswegs alleine am Autobahn-Brückenpfeiler. Ihm leisteten vielmehr Artgenoss*innen Gesellschaft: Ein Zaunkönig surfte auf der berühmten „großen Welle von Kanagawa“ des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai, ein anderer erschreckte, als Gespenst verkleidet, „den Schrei“ des norwegischen Malers Edvard Munch. Sogar das vielleicht bekannteste Porträt der Welt, da Vincis „Mona Lisa“ war nicht vor dem kleinen Vogel sicher. Ferdinand Leuxner 

Alle Abb.en Zaunkönig, 2021.

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