Seit dem 1. Februar 2007 besitzt Duisburg ein eigenes Studio des Westdeutschen Rundfunks (WDR). In einer der unter dem Namen „Five Boats“ bekannt gewordenen, halbrunden Baulichkeiten am Innenhafen wird seitdem die niederrheinische Ausgabe der Lokalzeit aufgezeichnet und ausgestrahlt. Im Sendegebiet des WDR liegt Duisburg allerdings bereits seit dessen Gründung im Jahr 1956.
Werbung für die Fernsehprogramme des Senders wird heute weitgehend im Internet gemacht. In den 1980er und 1990er Jahren übernahmen immer wieder auch Sticker diese Aufgabe. Einige Exemplare alter WDR-Werbe-Sticker haben sich in einer Sticker-Fibel aus dem Jahr 1986 erhalten. Obwohl sie nicht direkt im Duisburger Stadtgebiet nachgewiesen werden können, kursierten sie sicher auch in der Stadt.
Den Anfang macht ein fast rechteckiger Sticker, aus dem zwei Automobile in Zentralperspektive herausragen. Links ist ein historischer Wagen aus den 1920er Jahren zu sehen, rechts entdeckt man sein modernes Pendant aus den 1980er Jahren (mit dem Logo des WDR). Darüber stehen die Worte „Hörfunk Ü-Wagen“, die selbst erklärungsbedürftig sind.
Ü-Wägen werden meist zur Live-Berichterstattung genutzt. Im Inneren der Autos befindet sich die dafür notwendige Technik. Der Sticker, der wohl meistens auf Autos klebte, wirbt für die lange Tradition solcher Berichterstattung. Der Text „Seit 1929 im Brennpunkt aktueller Ereignisse“ geht auf die große Bedeutung solcher Ü-Wägen für die Rundfunkgeschichte ein.
Ein weiterer Fernsehsticker im Buch bewirbt lediglich eine einzelne Sendung: In Rot und Blau präsentiert sich der Kleber, dessen Schriftzug an die Neonröhren eines Kneipenauslegers erinnert. Hier ist das Wort „Rockpalast“ zu lesen. Darunter befindet sich vor gelbem Hintergrund das WDR-Logo. Die Sendung Rockpalast wird seit 1974 produziert. Die beiden vorgestellten Sticker machen deutlich, dass früher Werbekampagnen für das Fernsehen nicht ohne Aufkleber auskamen. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Roland-Schellack, 1986.
Zum Weiterlesen:
- Eva Roland-Schellack: Kleben statt reden. Die Sticker-Fibel. Hamburg, Zürich 1986. S. 64.
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