Die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Duisburg wird im 20. Jahrhundert vor allem von zwei Schlagworten dominiert: Kohle und Stahl. Noch in den 1950er Jahren machten die Industrieunternehmen aus diesen beiden Sektoren Duisburg zu einer der reichsten Städte Deutschlands. Im Zuge des Strukturwandels wurden dann viele Kohle- und Stahlstandorte geschlossen. Noch immer aber prägt die Stahlsparte die Stadt, wie zwei Sticker aus dem Kern des Stadtteils Hamborn deutlich machen.
„Duisburg ist bis heute das bedeutendste Zentrum der Stahlindustrie in Mitteleuropa und verfügt über die größte Ausdehnung an Produktionsstätten dieses Bereichs weltweit.“ (Duisburg, Wikipedia). Wen wundert es da, dass auch auf den kleinen Klebern Stahl eine Rolle spielt? Oftmals haben diese Sticker werbenden Charakter und können bestimmten Unternehmen aus dem Sektor zugeordnet werden.
Vor dem Hamborner Rathaus findet sich etwa ein filigraner Kleber, der von der Form eines Hashtags überragt wird. In ziemlich ausgebleichten Farben (vielleicht Grün und Blau) ist darauf der Schriftzug „next generation steel“ zu erkennen. Hinter dem Slogan steht der Versuch der Industrieunternehmen in der Stadt, den Standort Duisburg zu einem Zentrum für sogenannten „Green Steel“ (engl. grünen Stahl) zu machen, der wesentlich klimafreundlicher hergestellt wird.
Das Produkt Stahl steht dagegen im Mittelpunkt eines weiteren Stickers vor dem Hamborner Amtsgericht. Er ist oval und wurde in der Leitfarbe Orange geschaffen. Wie auf einem Schaubild wird darauf der Herstellungsprozess von Stahlträgern dargestellt, der Text lautet „Stahl ist geil“. Auch die Förderstrukturen, der nach wie vor krisengeplagten Stahlsparte, werden auf dem Sticker durch EU- und Deutschlandflagge angedeutet. Die Stahlsticker aus Hamborn gehören wohl zu den Aufklebern, die so nur in Duisburg zu finden sind. Ferdinand Leuxner
Abb. 1 Leuxner, 2026 [QR-Code unkenntlich gemacht].
Abb. 2 Leuxner, 2026.
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