In öffentlichen Gebäuden stößt man immer wieder auf sie: Kleine, rote Kästen, die mit der Aufschrift „Feuerwehr“ versehen sind. Meist ist der Knopf, der im Brandfall gedrückt werden muss, hinter einer Scheibe verborgen. Um Missbrauch vorzubeugen, ist im Brandfall das Glas einzuschlagen, womit fast automatisch auch der Knopf betätigt wird. In Duisburg und im Ruhrgebiet finden sich solche Melder aber auch als kleine, klebende Kunstwerke im öffentlichen Raum.
Wie bei den Sicherheitsaufklebern, die sich in großer Zahl beispielsweise auf dem Universitätsgelände befinden (Sicherheit beim Forschen / Blog | Bildstockart), geht die Ästhetik des Feuermelders auf eine Industrienorm zurück. „Handfeuermelder müssen gemäß anzuwendender Norm EN 54-11 für neu errichtete oder geänderte Anlagen seit September 2008 mit einem ,brennendes Haus'-Symbol beschriftet und stets in roter Farbe gehalten sein (Farbton RAL 3001). Nur das Wort ,Feuer' darf zusätzlich zum Symbol angebracht werden.“ (Wikipedia, Brandmelder)
Die Duisburger Sticker weisen alle Merkmale auf, die sich auch an den offiziellen Anlagen befinden müssen. Meist tauchen auf ihnen aber Figuren auf, die sich kontraproduktiv zum eigentlichen Präventionsgedanken verhalten: Eine Schamanin mit einem dicken, rauchenden Joint, ein brennender Mann im Seidenbademantel oder ein großer Wassertropfen. Daneben existiert eine Darstellung, die an das Werk „Die Beständigkeit der Erinnerung“ des spanischen Surrealisten Salvador Dalí denken lässt: Der Brandmelder zerläuft, an einem Ast hängend.
Die Feuermelder funktionieren wie Sammelbilder. Vor allem in der City, in Duissern und im Dellviertel stößt man auf verschiedene Exemplare. Trotz ihrer Warnfarbe und der für Sticker überraschenden Größe fügen sich die Brandmelder gut in die Stadt ein. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass man auch echte Feuermelder an Wänden vermutet und nur im Notfall nach ihnen Ausschau hält.
Hinter den Aufklebern steckt der Street-Artist Sibannac1972, der seine Arbeiten auf den Meldern auch signiert. In einigen Fällen lädt er aber auch andere Künstler*innen ein, die Feuermelder zu verzieren oder diese zu verändern. So finden sich Kooperationen mit Noms, olliiiver_illustration, zeitlos_kunst oder rubinski_art. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner, 2026.
Zum Weiterlesen:
- Instagram: Kind_geblieben (@sibannac1972) • Instagram-Fotos und -Videos, abgerufen am 25. Januar 2026.
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