Kaputte Sachen kann man reparieren...

Veröffentlicht am 15. April 2026 um 17:31

In den Beständen des Archivs für alternatives Schrifttum (afas) finden sich verschiedene Sticker zu unterschiedlichen Themen. Oftmals handelt es sich um Einlassungen zu tages- und kommunalpolitischen Geschehnissen. Seltener stehen ganze Institutionen im Mittelpunkt. Der folgende Sticker bewirbt eine seit Jahrzehnten aktive Vereinigung, in der sich eine Vielzahl von Verbänden zusammengeschlossen haben: Den Jugendring Duisburg.

Der Aufkleber ist in Rot und Weiß gehalten. Er wurde als runder Sticker geschaffen. Im Zentrum lächelt ein an einen Puppenkopf erinnerndes Wesen, das, neben den auffällig roten Backen, einer dreieckigen Nase und einer Schleife im strähnigen Haar allerdings menschliche Augen besitzt. Darüber und darunter steht die  Aussage des Stickers in einem Spruchband:  „Kaputte Sachen – kann man reparieren“, „Kaputte Kinder – nicht“.

Damit verweist der Sticker in drastischer Art und Weise auf die bedeutenden Aufgaben, die der Jugendring der Stadt Duisburg in Vergangenheit und Gegenwart zu schultern hat. Ziel des Jugendrings Duisburg ist noch immer, den Kindern und Jugendlichen der Stadt eine Stimme zu geben. Hierzu haben sich Verbände aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeschlossen – vom Bund der alevitischen Jugend über die Jugendfeuerwehren bis hin zum Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung. 

Auf der Homepage werden die konkreten Aufgaben folgendermaßen beschrieben: „Neben der Arbeit in unseren Gremien vertreten wir die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Jugendhilfeausschuss der Stadt Duisburg. Wir führen Gespräche mit dem Jugendamt und der Politik und kümmern uns darum, dass außerschulische Kinder- und Jugendarbeit in Duisburg eine Lobby hat.“

Der Sticker scheint aus den 1980er Jahren zu stammen, eine genaue Datierung kennt aber auch das Archiv nicht. Lediglich die unsaubere Satztechnik – der obere Teil des Spruchbandes ragt auf der rechten Seite fast in den Puppenkopf – verweist auf ein höheres Alter des Stücks. Dabei ist der Aufkleber ins seiner humanitären Aussage allerdings zeitlos. Ferdinand Leuxner

Abb. Archiv für alternatives Schrifttum.

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