Für den Frieden

Veröffentlicht am 10. Juni 2026 um 08:44

Im Duisburger Stadtraum kleben viele Tiere. Wahrscheinlich ist das Zebra als Maskottchen des Meidericher Spielvereins am häufigsten in den Straßen anzutreffen. Ähnlich oft aber stolpert man hier über ein anderes Wesen. Es handelt sich um Vertreterinnen aus der artenreichen Familie der Tauben (Columbidae). Die Tiere vermitteln politische Agenden oder treten als Botschafterinnen für die Stadt selbst auf. Manche bezeichnen den Vogel deshalb als heimliches Wappentier Duisburgs.

Überall in der Stadt wurden Klebe-Tauben angebracht, die sich allerdings in ihrer Größe und ihrem Erscheinungsbild mitunter grundlegend unterscheiden. In diesem Blog wurde eine der Street-Art-Täuberiche bereits thematisiert (Sticker der Woche: Eine Friedenstaube / Blog | Bildstockart). Warum aber sind die Tiere gerade in Duisburg so präsent? Eigentlich gelten sie nämlich zuallererst als universelles Friedenssymbol.

Die Verbindungen mit dem Frieden sind bereits in der langen Kulturgeschichte der Taube angelegt. Antike Naturforscher gingen davon aus, dass die Tiere keine Gallenblase besitzen und deshalb frei von allem Bitteren und Bösen sind. Besondere Bedeutung für die Interpretation des Vogels besitzt ein Sticker, der auf den finnischen Grafiker Mika Kaunis zurückgeht und in den 1970er Jahren entworfen wurde. Das Werk findet sich noch heute in verschiedenen Varianten auch in Duisburg, in seiner Ursprungsform wurde es beispielsweise in der Bahnhofsunterführung angebracht. 

Bei den anderen Tauben im Stadtgebiet schwingt die Botschaft eher indirekt mit. So wirbt ein Vogel mit Hoodie und (weißer) Friedensfahne nahe dem Sportpark Wedau für „Duisburg-City“, während ein anderes Taubenpaar am König-Heinrich-Platz eher entspannt miteinander kommuniziert. Die eine der beiden unterstellt dem Artgenossen (der sich durch ein Toastbrot genagt hat) „Swag“. Vielleicht stehen die Tiere in der Stadt an Rhein und Ruhr für das friedliche Zusammenleben von hunderttausenden Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt? Ferdinand Leuxner

Alle Abb.en Leuxner, 2026.

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