Der Duisburger Stadtbezirk Rheinhausen gerät durch seine Lage auf der linken Rheinseite immer wieder ins Abseits. Die Bewohner*innen sind lediglich mit Bussen und einzelnen Regionalzügen mit der Kernstadt verbunden. In der Vergangenheit entwickelten sich in diesem Teil der Stadt aber besonders viele Vereine und Initiativen, die gegen herrschende Verhältnisse protestierten. Dies machen die Sammlungen des Archivs für alternatives Schrifttum (afas) deutlich, das lange Zeit auch in Rheinhausen residierte.
Heute soll es um einen Sticker aus den Beständen des Archivs gehen, der aus Rheinhausen stammt. Anders als bei den Aufklebern, die im Zusammenhang mit den Hüttenschließungen in den 1980er Jahren verklebt wurden (Sticker der Woche: Rheinhausen soll leben! / Blog | Bildstockart), ist für den vorliegenden Kleber kein eindeutiges Entstehungsdatum nachweisbar. Wir wissen, dass es die auf dem Stück genannte Initiative bereits 1991 gab, weshalb der Sticker früher geschaffen sein muss.
Abgebildet wurde auf dem Sticker eine Zeichnung, die auf den spanischen Künstlers Pablo Picasso zurückgeht. Es handelt sich um die „Visage de la Paix“ (frz. Antlitz des Friedens). Der Künstler griff das Motiv nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrt auf, um die Friedensbotschaft in alle Welt zu tragen. Es zeigt das aus wenigen Strichen geformte Gesicht einer Frau aus deren Haaren eine Taube zu entspringen scheint.
Der Text des Aufklebers verweist auf die Friedensbewegung der 1980er Jahre. Er stellt eine klare Forderung auf: „Leben statt Atomraketen“. Immer wieder organisieren sich die Menschen in Rheinhausen gegen den Krieg. Zuletzt setzten die Schüler*innen zweier Schulen im Stadtteil 2022 ein Zeichen gegen den russischen Angriff auf die Ukraine. Mit einer Menschenkette drückten sie ihre Solidarität mit den überfallenen Menschen aus. Ferdinand Leuxner
Abb. Archiv für alternatives Schrifttum (afas).
Zum Weiterlesen:
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Spiegel: »Wir sind nur kleine Leute« - DER SPIEGEL, SPIEGEL (1991), abgerufen am 11. Juni 2026.
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