Seit einigen Wochen verbreitet sich ein neuer Sticker im Duisburger Stadtgebiet. Er ist im Dellviertel genauso zu finden wie in Duissern und in Neudorf. Das Motiv scheint aus der Hip-Hop-Szene zu stammen. Dabei kombiniert der Kleber zwei Techniken miteinander, weil auf ihm regelmäßig geschriebene Tags im Semi-Wild-Style zu finden sind.
Eigentlich sind Bilder, wie sie auf dem Aufkleber zu sehen sind, im Stadtraum weit verbreitet. Eigentlich besteht der Sticker nämlich aus Porträts. In einem zurückliegenden Beitrag wurden solche Darstellungen bereits thematisiert (Der männliche Blick / Blog | Bildstockart). Damals standen allerdings nur Bilder von männlich gelesenen Personen im Mittelpunkt. Auf den Stickern können dagegen ausschließlich weibliche Porträts ausgemacht werden.
Alle Sticker sind rechteckig und wurden als Schwarz-Weiß-Kleber geschaffen. Ins Auge stechen die stark geschminkten Augen der auf dem Porträt dargestellten Personen. Immer wieder erkennt man allerdings nur deren Umrisse, weil die Augen durch einen gezeichneten Strich anonymisiert wurden. Die Frisuren der Frauen weisen sie als Teil der Hip-Hop-Szene aus. Teilweise wurden die Porträts auch mit Basecaps ausgestattet, was die Zuordnung unterstreicht.
Als künstlerischer Eingriff finden sich auf den Porträts gesprayte oder gezeichnete Texte, die mit einiger Übung entziffert werden können. Dabei tauchen verschiedene Varianten des Tags CoCoC oder Coco! besonders häufig auf. Obwohl die Frauen auf den Stickern nicht mit Alkoholkonsum in Verbindung gebracht werden können, entstanden sie dennoch als Pendants zu den trinkenden Männern: Vielleicht soll den Männerporträts im öffentlichen Raum mit den Darstellungen von Frauen etwas entgegengesetzt werden. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Leuxner, 2026. Um die Persönlichkeitsrechte der dargestellten Personen zu respektieren, wurde das Gesicht auf dem unteren Sticker unkenntlich gemacht.
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