Das Intro dieser Website verspricht, bei der Identifikation von allen gesuchten Stickern in der Stadt weiterzuhelfen („Schreibt uns eine Nachricht und Duisman geht für euch auf Spurensuche“). Natürlich spielt dieser Hinweis in erster Linie auf E-Mails oder DMs in den sozialen Netzwerken an. Mit einiger Verzögerung gelingt es heute allerdings auch einem analogen Hinweis nachzugehen.
Vor einigen Monaten hing nämlich an der Tür der Buchhandlung Weltbühne in Neudorf ein Zettel mit einer Frage zu einem kleinen Kleber. Obwohl es sich Helmut Loeven als Inhaber des Ladens auf die Fahne geschrieben hat „jedes lieferbare Buch“ aufzutreiben, auch „nach vergriffenen Büchern“ zu suchen und sogar diesen Blog schon mit einigen Stickern aus seiner Streetart-Sammlung bereichert hat, schien die Frage drängend.
„Wer war das?“ steht auf dem Zettel, von dem Helmut Loeven dankenswerterweise einen Scan für diesen Blogeintrag zur Verfügung gestellt hat. Darüber findet sich ein Aufkleber, dessen Text den Namen des Buchhändlers, Schriftstellers und Herausgebers Loeven beinhaltet. Zu sehen ist ein bärtiger Mann, der auf seinem linken, kleinen Finger eine Pfeife balanciert. Darüber und darunter steht: „Loevengrube for life“.
Während die Geste auf ein Buchcover von Helmut Loeven, nämlich „Barbara lächelt“, anspielt, könnte auf dem Bild das markante Äußere des Buchhändlers selbst zu sehen sein. Naheliegend, diesem Beinahe-Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte nachzugehen. Auf dem Platzhirsch-Festival 2026 war Loeven in der Folge selbst auf die Suche gegangen, hatte sich kurz mit mir über den Sticker unterhalten und damit meine Suche nach den Urheber*innen in Gang gesetzt.
Nach eingehender Recherche kann ich nun vermelden: Der Sticker wurde von einem Mitglied des in Gründung befindlichen Streetart Kollektivs Duisburg geschaffen, der anonym bleiben möchte. Er versichert jedoch, dass das Werk als große Verneigung vor dem andauernden Lebenswerk Helmut Loevens geschaffen wurde. Bemerkenswert ist, dass es sich bei dem Sticker nicht um die einzige Anspielung auf das Werk Loevens im Duisburger Stadtbild handelt.
Im Mai 2025 hing für kurze Zeit ein Aufkleber an einer Laterne vor dem Buchladen in der Gneisenaustraße, der ein Fleischermesser und einen Stapel Papier zeigte, auf den verschiedensprachige Varianten des Namens „Der Metzger“ zu lesen waren. Damit wurde einer seit 1968 von Loeven herausgegebenen Zeitschrift Respekt gezollt, als „eine der wenigen alternativen Zeitschriften, die seit Ende der 1960er Jahre erscheinen“. (Wikipedia, Der Metzger (Zeitschrift)) Ferdinand Leuxner
Abb. 1: Scan vom Zettel, Helmut Loeven, 2026.
Abb. 2 u. 3: Leuxner, 2025 u. 2026.
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