Der Hafenstadtblog von Heinrich Hafenstädter dokumentierte in den 2000er und 2010er Jahren die Stadtgesellschaft und die Straßen in Duisburg. Dabei legte der auch als Musiker aktive Hafenstädter einen Fokus auf den Stadtteil Hochfeld und den Rheinpark. Kunst im Stadtraum fand sich damals vielerorts und mit den Pilzen wurde auf diesem Blog bereits eine der beliebtesten Motive vorgestellt.
Die eukaryotischen Lebewesen mit den Kulleraugen und den selbstreflexiven Sprüchen (Pilze suchen / Blog | Bildstockart) stellten damals aber keineswegs die einzigen wiederkehrenden Aufkleber im Stadtraum dar. Zwischen 2008 und 2010 stieß Hafenstädter auf seinen Streifzügen durch die City und ihre Umgebung mehrfach auf kleine Sticker-Derivate (Delikat: Das Derivat / Blog | Bildstockart). Anders als die Pilze sind diese dreidimensionalen Wesen heute vollständig aus dem Stadtbild verschwunden, weswegen sie im Blog noch einmal kurz vorgestellt werden sollen.
Den ersten der kleinen Vermummten dokumentierte Hafenstädter im Jahr 2008. Er war am damals noch in der Landgerichtsstraße hinter dem König-Heinrich-Platz befindlichen Gefängnis befestigt. Auf dem Foto erkennt man, dass das Objekt aus Holz bestand. Durch die Befestigung über einen leimartigen Klebstoff, haftete es auch auf Materialien, die für klassische Sticker nicht zugänglich sind. In diesem Fall scheint eine steinerne Wand den Untergrund zu bilden.
Der oder die Vermummte besitzt den immer gleichen Aufbau: Ein rundes Gesicht, zwei als Dreiecke ausgebildete Arme, darunter ein ebenfalls an ein Dreieck angelehntes Kleid aus dem zwei rechteckige Beine herausragen. Die Bemalung ist jedes Mal zweifarbig. Während vom Gesicht nur die Augen zu sehen sind, der Rest scheint unter einer schwarzen Sturmmaske zu stecken, und auch die Arme ganz in schwarz gehalten sind, wurde der Rock mit Neonfarben besprüht.
Auf dem Rock wurde, wiederum in Schwarz, ein Herz angebracht, in dem zwei Strichmännchen zu sehen sind. Andere Varianten des Motivs fanden sich an der ehemaligen Duisburger Stadtbibliothek in der Düsseldorfer Straße oder an der Claubergstraße 18. Hier war, statt des Herzes, ein Molotov-Cocktail auf dem Rock abgebildet. Ferdinand Leuxner
Alle Abb.en Heinrich Hafenstädter, 2008-2010.
Zum Weiterlesen:
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Heinrich Hafenstädter: Hafenstadt – Nachrichten aus der Hafenstadt und aus dem restlichen Erdkreis, abgerufen am 12. März 2026.
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